Terrarienbau

Bau eines "großen" Morelia viridis Becken



Hier will ich euch nicht vorenthalten wie mein Freund Ingo Beilmann, mit viel Geschick ein unglaubliches Schauterrarium für Baumpythons baut.
Er hat die schönsten, und auch größten Terrarien in meinem Bekanntenkreis.

Ingo Hau rein ;) !

Vorstellung

Text und Bilder von Ingo Beilmann :

Da mein Freund, der Manuel, mir die Chance gegeben hat, auf seiner Homepage ein Bericht über den Bau eines Terrariums für grüne Baumpythons (Morelia Viridis Sorong) zu schreiben, bedanke ich mich mal hiermit ausdrücklich!!!

Dann will ich mich mal kurz vorstellen:

Ich heisse Ingo Beilmann, komme aus dem kleinen Herzebrock-Clarholz (das liegt bei Gütersloh), bin knapp 30 Jahre alt, und beschäftige mich schon seit ich 13 Jahre alt bin mit Reptilien, zumindest den theoretischen Teil.

Meine ersten Pflegelinge waren ein Paar Bartagamen, die ich 1999 bei meinem jetzigen Kumpel Marc Mense in der Zoohandlung kaufte!

Drei Jahre später zogen mich dann Schlangen in ihren Bann. Als erstes zogen dann eine Dreiergruppe Tigerpythons in meinen Bestand ein. Es folgten dann noch ein 4ter Tigerpython und ein Päärchen australische Regenwald-Teppichpythons.

Und jetzt als letztes - das hab ich mir schon kurz nachdem ich mich der Schlangenpflege gewidmet habe vorgenommen - soll bald eine Gruppe grüne Baumpythons meinen Bestand "erstmal" vervollständigen!

Apropos Mein aktueller Bestand ist:

1,3 Python Molurus Bivitattus
1.1 Morelia Spilota Cheynei (schwarz-weiß)
1.1.7 Physignatus Lesueurii Lesueurii
1.1.5 Phelsuma Mad. Grandis „High Red“


 

Materialauswahl

So nun zum Beckenbau.
Da ich meine restlichen Becken alle aus Holz gebaut habe und bei meinen australischen Pythons schon eine kleine undichte Stelle in der Front habe, (undichtes Silikon an den festen Fensterscheiben, allerdings nicht sichtbar) welche an dieser Stelle das Holz sofort zum Auseinandergehen animiert hat, habe ich nach einem besseren und trotzdem robusten und einfach verarbeitbarem Material gesucht. Es sollte wenn’s geht natürlich noch wasserabweisend oder gar am besten gleich wasserdicht sein.
Da ich nunmal berufsbedingt (Ich bin Fliesenleger) jeden Tag auf dem Bau bin hab ich schon viele verschiedene Materialien gesehen und auch mit vielen verschiedenen gearbeitet.
Meine erste Wahl ging zum Mauern aus Ytongsteinen, fand ich dann aber doch nicht so gut, alleine schon des Gewichtes wegen.
Und weil ich so bauen wollte, dass man es einfach irgendwann (wahrscheinlich nie, aber man kann ja nie wissen) mal wieder abreissen kann, ohne gleich komplett renovieren zu müssen.
Meine nächste und auch dann entscheidende und letzte Wahl ging zu sogenannten Wedi-Platten, oder Gefinix-Platten, oder was auch immer.
Das sind Platten, die aus Hartschaum (Roofmate) in der Mitte und beidseitig fliesenkleberartigem Kleber und Gewebe bestehen.
Diese Platten sind: wasserdicht, leicht, und mit nem Cuttermesser zu schneiden, also eigentlich genau das, was ich gesucht habe.
Dann hab ich flux ne Bestellung bei meinem Chef gemacht ...........................
Und los ging’s!


 

Der Rohbau



Abdichten

Die Abdichtung:
Dazu muss ich sagen, das ich mit diesem Material fast jeden Tag auf der Baustelle zu tun habe und daher auch die Kenntnisse darüber habe.
Da hätten wir zum einen das Dichtband, welches normalerweise dazu dient, Anschlussfugen (Boden/Wand) oder Innenecken in Duschbereichen (z. B. bei Rigips) unter der Silikonfuge gegen Feuchtigkeit zu schützen.
Und zum anderen hätten wir da noch die Flüssigfolie. Im frischen Zustand einfach mit Pinsel oder Rolle verarbeitbar und mit Wasser auswaschbar, aber im getrockneten Zustand wie eine Gummischicht, die wasserdicht und nicht mehr abwaschbar ist. Mit der Flüssigfolie dichtet man Flächen (z. B. Rigips im Duschbereich) ab. Und man klebt damit auch das Dichtband an.

Dann habe ich erstmal alle Fugen und Nähte mit PU-Schaum gefüllt.
Als der Schaum durchgetrocknet war, habe ich den herausgequillten Schaum mit einem Cuttermesser abgeschnitten.
Danach habe ich alle Fugen, Nähte und Schraubenlöcher mit Dichtband überklebt und anschließend die Abdichtung vollflächig mit einer Rolle aufgetragen.
Einen Tag später, nachdem die Abdichtung getrocknet war, habe ich dann über die gesamte Fläche ein Kunststoffgewebe in den aufgezogenen Flex-Fliesenkleber eingearbeitet, der Stabilität wegen.



Frontbau mit Fensterelementen

 


Fassade mit schwarzem Granit



Innengestaltung

„Innenausstattung„
Bei der Innenausstattung habe ich mich als erstes der Wasserversorgung gewidmet.
Ich wollte erst so einen schönen Kunststofffertigteich ausm Baumarkt nehmen, wie bei meinen anderen Becken auch, jedoch gab es die nicht in unter 100 Liter Fassungsvermögen.
-Also „selbst ist der Mann„-Selbstbau.
Dann habe ich mir gedacht, das ich den Wasserteil mittels eines Aussenfilters filtern werde, da das Becken ja nicht so groß werden sollte.
Erstmal ab in den Baumarkt und Utensilien für den Wasserauslass kaufen und zusammenschrauben.
Dann hab ich angefangen die Wasserschale zu bauen ( natürlich auch wieder aus Wedi-Platten)
Als ich dann damit fertig war kam die Überlegung wie man das Wasser in die Schale hineinleitet, es aber auch noch gut aussieht.
Da war die Idee mit dem Wasserfall geboren, und damits kein Wasserfall von der Stange wird ........ 3 Pils und 3 Weizen später.......... war die Idee da ein Steinbild!
Alles grundiert, abgedichtet, 2 mal Flex-Fliesenkleber drüber, durchtrocknen lassen und als dauerhafte Versiegelung üppig ein paar Schichten Epoxidhartz darüber ..........FERTIG!!!!!

 


Heizung und Rückwandgestaltung

So, als nächstes hab ich schon mal alles, was ich so an Kork da hatte an der Rückwand angebracht.
Die Fugen und Ritzen hab ich schon mal für die Weiterverarbeitung mit PU-Schaum gefüllt.

Danach hab ich mich vorab schon mal an der Elektrick ausgelassen, damit bei der restlichen Rückwandgestaltung die Kabel und Druckschläuche verschwinden können.

Dazu gehört dann auch ein Heizkabel an der Wand, und die Fussbodenheizung, die ich dann zum sauberen Abschluss mit Fliesen übergearbeitet habe (Speichert zudem auch die Wärme, und verteilt sie auch gleichmäßig.)

"Technikraum" hinter dem Terrarium  Im "Technikraum" ebenfalls Abnehmbare ausserhalb liegende Schlupfboxen  So ziemlich fertig 


Ziemlich fertig

Kann sich sehen lassen. 



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